Fortbildung zur Verlustbegleitung bei Kindern und Jugendlichen

Verlust und Trennung können auf vielfältige Weise im Leben eines Kindes Platz nehmen. Ob das geliebte Haustier stirbt, ein Ortswechsel geplant ist, wichtige Personen den Bezugsrahmen des Kindes verlassen, die Familienkonstellation auseinander bricht oder ob der Tod die Endlichkeit von Beziehungen erlebbar macht – immer wird das Kind eine mehr oder weniger starke Verunsicherung erfahren, die für das weitere Leben ausreichend integriert sein will.

Wie können wir diesen Kindern helfen, ihre Erfahrungen für einen Reifungsprozess zu nutzen? Mit welchen Strategien können sie gestärkt aus dieser Verunsicherung herausgehen? Wie können wir als Begleiter tabuarm auch über das Sterben mit den Kindern und ihren Eltern reden?

Das Institut für Psychosynthese und interpersonale Psychologie arbeitet seit vielen Jahren mit Seminaren für Betreuer und Betroffenen in der Trauerbegleitung. Wir haben uns 2008 entschlossen, unsere Arbeit dem interessierten Begleiter von Kindern und Jugendlichen in einem dreiteiligen Seminar zugänglich zu machen. Es sollen sich die Betreuer angesprochen fühlen, die in ihrer alltäglichen Arbeit mit dem Kind ein kompetentes Rüstzeug für die Bewältigung von Trennungserfahrungen erwerben möchten. Wir denken hier insbesondere an die Berufsgruppe der Pädagogen und Pfleger. Selbstverständlich sind unsere Seminare auch für alle anderen Interessierten offen.

Diese Fortbildung ist eine harmonische Synthese aus der Vermittlung von tiefenpsychologischen Wissen und dessen praktischen Umsetzung im unmittelbaren Kontakt mit Kindern. Dabei sind wir bemüht, individuelle Spiel- und Handlungsstrategien zu entwickeln, die eine hohe Praxistauglichkeit haben.

Der Besuch der Seminare kann mit einem Zeugnis zertifiziert werden, wenn eine Abschlussarbeit erstellt wird. Sie soll in der Regel die Konzeption eines Vortrages vor Eltern oder Kolleginnen beinhalten. Der Entwurf dieses Vortrages wird von der Ausbildungsleiterin gesichtet. Bei Akzeptanz dieser Arbeit erhält der Teilnehmer ein Zertifikat über den Besuch der Fortbildung, aus dem die vermittelten Inhalte klar ersichtlich werden. Ansonsten erhält der Absolvent eine Teilnahmebescheinigung.

Auf Grund der hohen bundesweiten Anfrage nach unseren Seminaren und einer Gruppengröße von 8 Teilnehmern bitten wir um eine frühzeitige Reservierung Ihres erwünschten Veranstaltungstermins. Sollte Sie ein anderer Termin als der hier angebotene interessieren, rufen Sie uns. Gerne kommen wir mit dieser Fortbildung auch in Ihre Einrichtung. Bei einer Anmeldung würden wir gerne in einem telefonischen Gespräch Ihre Wünsche erkunden. Sie bekommen dann ein Anmeldeformular zugeschickt. Die Fortbildung kann nur als komplette 3-Tage-Einheit gebucht werden. Zwischen den einzelnen Seminartagen ist ein zeitlicher Abstand von 3 bis 4 Wochen, um das Erlernte in der Praxis zu erproben. Evtl. kann ein Fortbildungstag in einer anderen Gruppe nachgeholt werden.

Die drei Seminartage haben folgende Inhalte:


1. Tag

Trauer und Verlust aus tiefenpsychologischer Sicht


Wir müssen Trauer und Verlust aus der Tiefe des psychischen Erlebens verstehen lernen, um die Furcht in ihrer Begegnung zu verlieren. Die Fortbildung vermittelt ein Verständnismodell, was den Zugang zum Trauer- und Verlustprozess strukturiert und phasengerechte Handlungsmöglichkeiten offeriert. Die Begleiter wie auch die Betroffenen gewinnen Autonomie und treten in die Wahlmöglichkeit zum Umgang mit der Trauer. Am Beispiel von praktizierter Verlustbegleitung wird das Referierte lebendig und transparent. Das Begreifen des Trauerprozesses beim Erwachsenen steht in diesem Seminar im Vordergrund, weil die Begleitung von Kindern und Jugendlichen immer auch die Bezugspersonen mit ansprechen muss und es zu parallel verlaufenden Entwicklungen kommt.

2. Tag

Trauer- und Verlusterleben beim Kind


Wenn wir vertraut sind mit der Entwicklungspsychologie des kindlichen Ichs, wird die de-stabilisierende Wirkung von Verlust und Trennung nachvollziehbar. Wir werden verfolgen, wie kompensierende Angebote die Kinderseele kräftigen, aber auch die Weisheit der kleinen Menschen schätzen lernen, mit ihren sie tragenden Selbstschutzmechanismen. Ein besonderes Augenmerk wird auf der “Pathologisierung des Trauerprozesses” liegen, denn gerne wird auch hier das Kind zum “Behandlungsopfer” der Familie. Zum Abschluss werden die tiefenpsychologische Bedeutung von Ritualen und ihr innerer Strukturaufbau vorgestellt, so dass die Voraussetzung zum selbständigen Erfinden von Ritualen geschaffen wird.

3. Tag

Kreative Elemente in der Arbeit mit trauernden Kindern


Mit welchen Spielen, Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten kann man Kindern helfen, ihre Ich-Stabilität bei Verlust und Trauererlebnissen wiederzugewinnen? Wie kann man diese Angebote mit einem angemessenen Aufmerksamkeitsniveau in die Welt des Kindes integrieren? Welche Bedeutung können hier Phantasiereisen und Ruherituale finden? Dieses Seminar beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung des Gelernten in die Begegnung mit dem Kind. Diese Angebote gelten für den normalen, aber dynamischen Verlustverarbeitungsprozess und bewegen sich inhaltlich im vortherapeutischen Raum. Sie können jedoch auch in der therapeutischen Arbeit angewandt werden.


Termine:An 3 Werktagen

Seminarort:Wuppertal oder auch in Ihrer Einrichtung

Kosten:540.—Euro
Wir sind berechtigt einen Bildungsscheck anzunehmen.

Unterrichtsstunden:8 Unterrichtsstunden pro Tag
9.oo bis 16.oo Uhr

Zertifikat:Nach dem Besuch aller Fortbildungstage und der
Erstellung und Akzeptanz der Abschlussarbeit
wird das Zertifikat

Fortbildung zur Verlust- und Trauerbegleitung
bei Kinder und Jugendlichen

ausgehändigt.